Ich habe eine Woche in Berlin verbracht. Jetzt sitze ich hier. Dankbar mit der Gewissheit, sehr liebenswerte Menschen zu kennen. Denke daran, welch reicher Mann ich doch bin…
Danke für alle meine Freunde und Herzensmenschen. Danke auch an diejenigen, die meinen Weg meiner Erkrankung wegen verlassen haben. Weil deren eigene Arroganz, Besserwisserei und falschen Wertungen dazwischen waren… Krebs reinigt dein Umfeld! Ein schwer Kranker sieht sehr klar, wer für dich ist und wer gegen dich. Erwartet wird, das du Krank, schwach und elend dahin siechst. Das ist das Bild, was viele Gesunden vom Kranken haben.

Nun habe ich selbst viel Zeit mit anderen Menschen in der Onkologie verbracht. Die haben das selbe wie ich auch: einen beschissenden Scheiss KREBS…

Aber dort, herrschte überwiegend eine gute positive Stimmung, obwohl wir alle ja Todgeweihte sind. Nun entspreche ich gar nicht diesem Bild und das gefällt einigen Menschen eben nicht. Mir aber und darauf kommt es an… Gut das ich nach meinen vier Versprechen lebe. Es macht zwar traurig, aber es verletzt mich nicht. Ich weiss, dass es diesen Menschen 1000 mal schlechter geht als mir. Anstatt Hass oder Wut habe ich eher Mitgefühl…

Nicht zu vergessen: ich bin zwar krank aber schon lange glücklich, somit vielen Gesunden weit voraus. Ich bin immun gegen den Frust der anderen! Auch dafür spüre ich wieder eine tiefe Dankbarkeit… Ich lebe nicht für euch, ich lebe für mich und wer es Wert ist, dem gebe ich alles. Wer es nicht wert ist, bekommt von mir keine Aufmerksamkeit.

Morgen muss ich nun ganz früh am Morgen in die Klinik. Die Ärtze wollen mal schauen ob mein ungebetener Gast noch inne hält oder ob er nun das Weite gesucht hat. Oder einfach nur feststellen: “SCHEISSE”
Mit “Scheisse” meine ich, es kann auch sein das er noch dort ist. Zwar spüre ich keine Schmerzen wie am Anfang, aber ich spüre, es ist da drinnen Wund ist und die Magensäure an meiner Speiseröhre nagt. Ich hoffe, das er fort ist.
Die Ärtze wollen mich natürlich auschneiden und alles da rausholen. Mit dem Gedanken kann ich mich absolut nicht anfreunden. Die OP ist recht heftig. Wenn es nach den Ärzten geht, würde es Freitag dann schon losgehen. Es geht aber nach mir! Ich habe wirklich Angst davor und werde mir auf alle Fälle eine zweite Meinung einholen. Im Internet hat Maren einen Link in Hanover gefunden. Da müsste ich nicht komplett aufgeschnitten und die Rippen gebrochen werden und all den Mist…
Ich hoffe, ich komme am Mittwoch Abend aus dem Krankenhaus und kann verkünden…
HURRA HURRA ICH LEBE OHNE KREBS WEITER ; ICH HATTE IHN MAL…
Klar bin ich noch nicht wirklich gesund, aber eine OP? Ohne eine zweite Meinung kommt es für mich nicht in Frage…
Es ist von einer Genesungszeit von über 5 Jahren mit sehr problematischen Verdauungsschwierigkeiten zu rechnen …usw… mag’s gar nicht alles schreiben.
Nach der OP wäre ich wohl kaum in der Lage, jemals wieder als Koch zu arbeiten…
Es gibt Alternativen zur OP. Nun muss ich auch erst einmal das Gespräch mit dem Doktor abwarten! Hören was er sagt und dann… schauen wir mal…
Aber egal was kommt: Es kommt wie es kommt. Ich geh den Weg weiter und werde ihn auch Meistern. Das habe ich mir selber versprochen und Versprechen nehme ich sehr genau:
“Ich werde Krebs gehabt haben…”