Ach Leute, die letzte Chemo lief letzten Donnerstag und Freitag durch unseren lieben Thomas. Nicht, das die vorhergehenden leicht waren, aber diese letzte hatte es echt in sich.

Schon nach der ersten hatte Thomas mit heftiger Übelkeit und Erbrechen plus Durchfall zu kämpfen gehabt. Und im Gegensatz zum ersten Chemoblock halfen auch keine Kräuterzigaretten, bzw. sie halfen nur wenig.
Also sprach ich zweimal den Onkologen darauf an, dass es Thomas so schlecht geht. Es kam nur ein lapidares: “Dann muss er mehr trinken” zurück. Wenn er mal hätte viel trinken können…

Nachdem nun die letzte Chem. durch war, hoffte ich auf ein kleines “Freudenfest“. Aber Pustekuchen! So elend und schlecht ging es Thomas noch niemals zuvor. Morgens, wenn er wach wurde, rannte er gleich aufs Klo, aber nicht um zu pullern, neee, er musste die Keramik umarmen. Nach 2 -3 Tagen war es so schlimm, dass er nichts, aber auch gar nichts bei sich behalten konnte. Noch nicht mal einen Schluck Wasser. Alles kam sofort wieder raus!!!
OK, letzten Dienstag machte ich mir mal den “Spaß”, kniff in seinen Handrücken und beobachtete seine Haut. Zur Kontrolle kniff ich mir in den Handrücken. Tja, was ich feststellen musste war, dass mein lieber Schlumpf drohte zu vertrocknen. Also –  mir bei gedecktem Tisch zu verhungern und zu verdursten drohte! Ich redete ihm gut zu. Es ging ihm aber immer schlechter und schlechter. Mittwochmorgen rief ich beim Onkologen an, weil ich mir große Sorgen um Thomas machte und erhielt nur die Nachricht, dass dem Doc ein Zettel hingelegt werden würde und am Freitag sei ja eh ein Termin und Thomas solle solange aushalten. Als ich dann einkaufen war, holte ich alles Mögliche, was hochkalorisch ist: Malzbier, Energieriegel, Joghurts für Kinder (die haben besonders viel Zucker!!!!), Wackelpeter mit Vanillesoße, Fisch mit Kräuterkruste…..

Aber nix konnte er bei sich behalten. Am Abend sagte er selber dass er wohl zum Arzt bzw. ins Krankenhaus müsste, weil er nur noch 52 kg wog.

Donnerstagmorgen wog er 51,6 kg….. bei einem Käffchen meinerseits und einem Keramikumarmen seinerseits

Keramikumarmen1

beschlossen wir, dass wir zum Onkologen fahren, da der Hausarzt sagte, es wäre besser, wenn nur ein Arzt das in die Hand nimmt. Vorsichtshalber packte Thomas auch gleich seine Tasche so, dass er gleich ins Krankenhaus hätte gehen können.
Der Onkologe schimpfte erst, dass wir doch nicht einfach so in die Praxis kommen könnten, sondern vorher anrufen sollten.
Mit einer leicht geplatzten Hutschnur sagte ich ihm dass ich ja schon am Tage vorher angerufen hätte, und dass ihm doch ein Zettel auf den Tisch gepackt werden sollte.
Einen Zettel hätte er nie erhalten und ob es Thomas denn wirklich so schlecht gehen würde.

Meine Hutschnur platzte etwas mehr

 

wütende Maren

und nachdem ich sagte das Thomas am Vertrocknen sei und es mir schon reichen würde, wenn sie ihm nur einen Zugang legen und mir Flüssigkeiten mitgeben würden, da ich ja Krankenschwester bin und ihn auch alleine infundieren könne, was ja nottäte bei 51 kg … zack bumms ging es auf einmal. Thomas bekam einen Platz, eine Nadel in seinen Port und anschl. 1 l NaCl und 500 ml Glucose 10% .
Das tat ihm so gut, dass er am Abend etwas Kartoffelstampf und ein bisschen Fisch essen konnte, später noch einen Wackelpeter und eine 3\4 Banane. Und es blieb drin!!!
Heute am eigentlichen Termin bekam er nochmals je 500 ml NaCl und Glucose10 % und einen Ultraschall des Bauches.
Alles ist gut!!!! Per Sono war nix zu sehen und die Blutwerte sind auch in Ordnung.

Nu muss er nur noch nächste Woche zur Gastroskopie (er hat wieder leichte Schluckbeschwerden, aber das kann auch vom ständigen Keramikumarmen kommen) und in einem Vierteljahr muss er zur Nachsorge. Das werden noch einige Vierteljahre werden mit Nachsorgeuntersuchungen, aber solange nix mehr kommt oder ist, soll es mir recht sein. Denn es bedeutet für mich dass ich wenigstens alle Vierteljahre mein krankes Vögelchen sehe, falls es demnächst seine Flügel ausbreitet und wegflattert.
Natürlich darf er solange bei mir bleiben wie er mag und will, aber ich weiß dass er sehr seine Freiheit schätzt.
Auf, auf in eine schöne und gesunde Zukunft!