Lüneburg, 25.07.

Ein Häufchen Elend
Nach langer “Ruhe” melde ich mich damit ihr wisst was hier los ist.
Thomas hat diesmal unter der Chemo sehr zu leiden. Diesmal ” darf ” er alles durchmachen, wofür Chemos berühmt berüchtigt sind.
Nicht nur Durchfall, auch Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und juckender Hautausschlag quälen ihn diesmal. Hinzu kommt auch noch das Trauma der OP und des Komas, das noch aufgearbeitet werden will \ muss. Gut, dass hat Thomas auch schon überwiegend gelöst, aber es sind noch da die Schmerzen die ihn quälen und das Gefühl der Hilflosigkeit. Selbst einkaufen ist für ihn ein wahrer Kraftakt, abwaschen ist megaanstrengend. Also kann er nur “rumliegen“, und das für einen Menschen, der sonst immer Action hatte und auch brauchte.

Ein Workaholic –  gezwungen zur Tatenlosigkeit…..

Und ich bin hier und kann so herzlich wenig tun. Nur arbeiten, Haushalt ihm abnehmen, Trost, Umarmungen und Aufmunterungen versuchen zu geben. Ihm eine Schulter zum Ausweinen geben, ihm sagen, das er ruhig jammern darf, wenn ihm danach ist. Und sein Jammern geht ihm selbst so sehr auf die Nerven!!!! Dabei ist es völlig ok, schließlich hat er was Schlimmes hinter sich und auch noch mit 2 weiteren Chemoterminen vor sich. Kann ihm nur immer wieder Mut zusprechen das es nach der Reha bestimmt besser sein wird.

Thomas darf jammern
Manchmal habe ich große Angst, dass er völlig seinen Lebenswillen verliert. Besonders wenn er sagt, dass sein Leben nach dem Wachwerden aus dem Koma nur noch ein Jammertal geworden ist.
Aber nein, ich werde den Kopf für uns beide hochhalten. Ihn weiterhin so viel verwöhnen wie ich nur kann und für ihn da sein!!!
Wir werden uns nicht unterkriegen lassen und wir werden seinen Krebs überleben, und bald werden wir ein wunderschönes Leben haben!!!! So sei es!!!

Rumjammern