"Wie ich das Viech verscheuchen werde!"Die Tatsachen sind folgende: Letztes Jahr im Dezember bin ich mit starken Magenschmerzen und völlig überarbeitet auf Druck von meiner Freundin Maren zum Arzt gegangen. Dieser sah mich nur an, schrieb mich mit den Diagnosen (fast) Burnout und den dringendem Verdacht auf eine Magenschleimhautentzündung, krank. Über Weihnachten und dem Jahreswechsel ging es mir dementsprechend recht beschissen.

Es wurde und wurde nicht besser. So kam dann der Verdacht auf, es könnte ja auch wahrscheinlicher ein Magengeschwür sein. Das war der Anfang des neuen Jahres. Tja, so kam ich um den Magenspiegel nicht herum. Nur dauerte es fast acht Wochen bis zum Termin für “Schlauch in Bauch gesteckt”. Das war so etwa vor einer Woche. Ich bekam ein recht lustiges Schlafmittel und habe nichts, aber auch gar nichts davon mitbekommen, dass mir da ein megalanger Schlauch in den Schlund geschoben wurde. Nachdem ich aufwachte, hörte ich dann das erste Mal dieses Unwort KREBS! Mir wurde allmählich bewusst, dass es MICH betrifft. Eine Probe wurde genommen. Ich wurde recht schnell ins Krankenhaus eingeliefert, habe tausend Untersuchungen über mich ergehen lassen und all so’n Zeug wie Schlafentzug im Krankenhaus und so weiter…

Bei genauerem Hinsehen der Ärzte mit all ihrem Strahlenzeugs und Röntgenbildern haben sie dann ermittelt, dass mein Magen und die Speiseröhre mit bösartigen (noch so ein Unwort) Krebstumoren befallen sind. Das wohl nicht so wenig, dass es völlig harmlos ist. Nach Statistiken der Ärzte liegt die Chance zu überleben bei 30 %.

Mein ungebetener Gast hat sich ziemlich festgefressen in mir. Wie heimtückisch! Ich habe nie so richtig etwas davon gespürt. Klar, mal Sodbrennen und Völlegefühl – aber so richtig aufmerksam war ich wohl nicht. Naja, überarbeitet eben. Ich habe täglich zwölf oder mehr Stunden in der Küche gestanden. Habe, so sagt man, Frau und Kind wundervolles Essen gekocht. Köche sind ja nicht krank, sie haben zu kochen.

Nun hat das alles zur Folge, dass ich am Mittwoch ein Gespräch mit so einem “Chemo-Doctor” habe. Dann gibt es für mich die volle Packung – Chemo für Thomas Wee. Nach der Chemo steht denn dann wohl eine OP an – dann wird der Rest oder was da ist, was da lieber nicht sein soll, entfernt. Dann bin ich gesund?

Ich weiß genaueres erst am Mittwoch, denn am Dienstag ist wegen mir eine Tumorkonferenz (geiles Wort). Da besabbeln sich dann die Ärzte, wie sie mich mit ihren Mitteln retten können.

Tatsache aber ist auch, dass ich völlig entspannt bin. Ich habe keine Angst. Ich habe keine Zweifel. Ich bin voller positiver Gedanken und ich bin sogar dankbar. Dankbar für mein Leben und auch dafür, dass ich nun diesen Weg gehen muss, denn jede Krankheit hat ihren Sinn. Ich spüre, dass sich mir ein neuer Weg öffnet. Ich weiß, dass ich jetzt das richtige tue: ICH WERDE GESUND.

Ich habe mir schlichte Ziele gesteckt:

  1. …ich werde gesund sein und noch mehr…
  2. …dann fahr ich zu Hermann nach Spanien …
  3. …ich geh den Jacobsweg …
  4. …schauen wir mal :-)